Du musst sie einladen, damit sie dein Haus betreten können? Wer das erfunden hat...
Es klingelt ein drittes Mal.
Andererseits, egal wer da draußen steht... Eine Tür wird ihn/sie/es nicht davon abhalten, hier rein zu kommen. Dann doch lieber Angesicht zu Angesicht.
Ich nehme die Kette ab, und öffne die Tür.
(Tritt ein komm herein)

Dahinter kommt eine kleine Frauengestalt mit langen blonden Haaren zum Vorschein.
Hm? Das...
"Sag mal bist du tot?" Fragt sie leise und ihre Stimme klingt nicht halb so vorwurfsvoll wie ihre Worte. Eher... niedergeschlagen. Susanne. Meine ... Freundin.
"Susan....ich....äh..."
Da steh ich in der Tür und bin vollkommen perplex.
Einen Vampir hatte ich erwartet.
Ein Werwolf... hätte mich ernsthaft beunruhigt.
Aber.... sie?
Es gibt ja Menschen, deren Leben völlig aus den Fugen gerät, weil sie plötzlich von verrückten Dingen umgeben sind.
Da muss ich kichern und halte mir die Hand vor den Mund, als ob es unhöflich wäre zu lachen.
"Lässt du mich hier draußen stehen oder....?" Spricht sie und sieht mich auffordernd an. Mein Kichern quittiert sie mit einem eigenartigen Gesichtsausdruck.
OH ja...stimmt. Wie unhöflich. Ein wenig hektisch trete ich beiseite, öffne die Türe und bitte sie herein. Nicht ohne einen prüfenden Blick nach draußen zu werfen. Hat sie jemand gesehen? Hat sich dort im Schatten etwas bewegt? Hm...
"Anna?"
Also ich könnte schwören... Nachdenklich betrachte ich eine flackernde Straßenlaterne. Meine Wahrnehmung ist so was von lachhaft. Der ganze Garten könnte voller Kainiten stehen und ich würde es nicht merken.
"ANNA!"
Nein, ich glaube da ist nichts. Oder? Egal. Ich zucke mit den Schultern, und wende mich ihr langsam zu, mit einem kleinen Lächeln. Ich freue mich durchaus, sie zu sehen.
"Ja...?"

Susanne schüttelt leicht ihren Kopf .

Wie es die Menschen tun, die etwas eigenartig finden, es aber nicht mit Worten fassen können. Wir gehen in mein Wohnzimmer. Ich bereite Tee, hole ein paar Kekse, gerade so wie früher. Meine Gedanken schweifen zurück, zu dem Brief, den ich schreiben wollte. Es ist ja auch noch diese Sache mit Thomasso, wenn er noch länger in diesem Zustand bleibt, wird er (auch) noch verrückt. Besorgt seufze ich, schenke das heiße Wasser in die Tassen. So gerne. So gerne würde ich helfen. Katinka an Malekin schenken. Vergiss die Generation. Einen eigenen Körper für Thomasso. Ein Herz für Schlayer. Eine Seele für Malfeis.... da muss ich wieder lachen.

"....... verstehen. Kein Anruf. Reagierst nicht...ich mache mir Sorgen... ich....." Da hält sie inne und sieht mich an, als würden Frösche aus meinen Augen quellen. " Findest du das lustig?" Fragt sie ernsthaft verletzt.
Ooopsie. Es tut mir wirklich leid! Ich wollte sie nicht ignorieren. Ihre Worte sind nur so...sinnlos. Mit einem schmerzhaften Stich wird mir klar, dass ich nicht mehr bin wie sie. 8 Jahre unseres Lebens haben wir mehr oder minder miteinander verbracht. Uns unsere Sorgen erzählt. Auch wenn ich... andere hatte als sie... schon immer... aber wir haben geteilt, uns geholfen. Wir waren echte Freundinnen. Ich krieg ein schlechtes Gewissen.
"Tut mir leid Susan. Entschuldige... Mein Leben hat sich verändert, ich... Es sind so viele...."
(Traditionen!!! Verplapper' dich nicht!!! Vertraue niemanden!!! Ravnos!! Sie können dich sehen lassen, was sie wollen!!!) Für einen Moment stutze ich.
"Ich hab's gemerkt, Anna. Weißt du, wie oft wir uns im letzten halben Jahr gesehen haben???"
Vorwurfsvoll klingt sie. "... Dreimal... Anna... DREI MAL. Und das zufällig. Zweimal bist du sogar an mir vorbeigelaufen ohne mich zur Kenntnis zu nehmen. Ich spreche auf deinen AB. Du reagierst nicht! " Hat sie auf meine Anrufbeantworter gesprochen?? Mein Blick fällt auf das Telefon. Oh je, wann hab ich den denn das letzte Mal abgehört? "Tagsüber kriegt man dich nicht aus Bett geklingelt. Nachts bist du... nie da... NIE... oder öffnest du mir nur nicht??" Also bitte, ich hab halt einen gesunden Schlaf, ich...." Was zum Teufel ist mit dir los? Was ist geschehen? Lass mich teilhaben. Erzähl's mir!"
Aufnahme

Entlassung